Roland Walker, Gründungsmitglied des Ruderclubs
Mit der Einweihung und Eröffnung des gemeinsamen Wassersportzentrums von Kanuclub und Ruderclub ist ein langersehnter Wunsch in Erfüllung gegangen. Aus Sicht unserer Clubs eigentlich viel mehr. Wer hätte vor etwas mehr als zehn Jahren das auch nur zu träumen gewagt? Dass unser Club aus bescheidensten Anfängen mit ausgedienten Booten aus anderen Ruderclubs und mit einem Mini-Unterstand es zu einem Bootshaus brachte, das weit über unsere Region hinausstrahlt, ist sicher keine Selbstverständlichkeit.

Warum hat alles so gut geklappt? Es sind aus meiner Sicht eine Vielzahl von Komponenten, beziehungsweise Glücksfälle, die zum guten Gelingen führten.
Beginnen möchte ich bei den beiden Clubs. Wenn sich die Verantwortlichen von Kanuclub und Ruderclub nicht so gut verstanden hätten – wenn nicht alle am gleichen Strick gezogen hätten, dann wäre der Erfolg sicher ausgeblieben. Es ist zu hoffen, dass unser Beispiel andernorts Schule macht und sich die mit dem Wassersport verbundenen Clubs zusammenfinden und gemeinsam nach aussen und innen wirken. In diesem Sinne Gratulation an die Vorstände und Projektleiter der beiden Clubs.
Ein echter Glücksfall war unser Ruderkamerad und Architekt Frank Roskothen. Ihm ist mit dem neuen Clubhaus ein Meisterwerk gelungen. Das Gebäude strahlt nicht nur ästhetisch hohe Werte aus, sondern überzeugt auch im täglichen Gebrauch. Wir dürfen uns alle freuen, neben dem Sport auch die Kameradschaft im neuen Haus zu pflegen. Ich meine, dass gerade das durchdachte Konzept und das optische Zeichen in der Landschaft ganz wesentlich dazu beitrug, dass die Bürgerschaft von Rapperswil und Jona dem Kredit unisono zugestimmt hat. Allen Rapperswilern und Jonern sei an dieser Stelle für die Unterstützung herzlich gedankt.
Dass alles so glatt über die Bühnen ging, ist dann aber doch wieder keine Selbstverständlichkeit. Wir verdanken die Realisierung auch in hohem Masse dem Engagement von Behörde und Verwaltung beider Gemeinden. Dank einem seit vielen Jahren mustergültigen und fortschrittlichen Sportkonzept war es überhaupt möglich, die Finanzierung dieses Baus sicherzustellen. Dabei profitierten wir von der breiten Unterstützung der Sportvereine im generellen und im speziellen von der langen Tradition des Kanuclubs. Es hat sich sicher auch ausbezahlt, dass beide Clubs mit gezielten Informationen das Terrain für einen Entscheid richtig vorbereitet haben. Auch hier Dank an den Stadt- und Gemeinderat, die Vertreter der zuständigen Verwaltungsstellen sowie die weiteren Beitragsträger.
Damit aber noch nicht genug. Eine wichtige Unterstützung haben wir auch in verdankenswerter Weise durch unsere Sponsoren erfahren. Sie haben mit teilweise namhaften Zuwendungen und Sachspenden dazu beigetragen, dass der Ausbaustandard das Durchschnittsmass bei Weitem überschritt. Hier möchte ich auch einfügen, dass alle Mitglieder, die sich aktiv an der Fronarbeit beteiligten, ein besonderes Lob verdient haben! Wir dürfen uns in diesem Haus also wirklich wohl fühlen! In diesem Sinne auch eine kleine Bitte: Haltet sorg zum Haus – es soll noch in vielen Jahren in vollem Glanz erstrahlen.
Für Ruderclub und Kanuclub ist die Ausgangslage nahezu perfekt. Damit die Erfolgsgeschichte weitergeht, müssen nun alle Vereinsmitglieder aktiv Sport betreiben und zeigen, dass wir das Beste aus dieser wunderschönen Anlage herausholen können. Wir haben nun die Infrastruktur und vielleicht einmal noch ein paar Boote mehr, aber rudern müssen wir noch alle selber. In diesem Sinne Glück auf und viel Spass auf dem Wasser.
Aus den Arbeiten von sechs eingeladenen Architekten wurde das Projekt von Frank Roskothen, selber Mitglied im Kanuclub, von den Gemeindevertretern und den Club Verantwortlichen als das Beste eingestuft und für die Weiterbearbeitung ausgewählt. Sein Projekt besticht durch die Gestaltung von Baukörper und Fassaden, welche in Anpassung an die schrägen Dachlinien der Eishalle ebenfalls von einer schrägen Linienführung gezeichnet sind. So gewinnt die Fassade des Erdgeschosses vom See wegführend an Höhe und verschmilzt mit der Fassade des Obergeschosses, die wiederum an Höhe zum See gewinnt. Dies führt zu Dreiecks und Trapez Flächen, welche in ähnlicher Form auch bei der Eishalle anzutreffen sind. Mit dieser Formgestaltung wird auch sehr gut auf die Umgebung eingegangen. An seiner Nordseite wirkt das Bootshaus mit seiner zweigeschossigen Rückwand als ein wichtiger Gegenpol zur Eishalle. An seiner Südseite, wo die natürlichen Werte des Sees und der Uferzone vorherrschen, duckt sich richtigerweise das Bootshaus mit dem vorgelagerten, eingeschossigen Bootshallenbau. Die schrägen Dachneigungen finden auch ihre Fortsetzung in der leichten Schrägstellung der Fassaden, welche, im Zusammenspiel mit der horizontalen und offenen Lärchenholzschalung dem Bootshaus eine angenehm leichte Erscheinung verleihen.
Das Gebäude ist als vorfabrizierter Holzelementbau konstruiert. Ein einfaches Stützenraster in der Bootshalle übernimmt die Lasten des Obergeschosses. Das Dach ist mit einer Stehfalzdeckung in Tecu Zinn ausgeführt, in Anlehnung an die Aluminium‑Fassade der benachbarten Eishalle. Das Erdgeschoss wird vollständig von den beiden Bootshallen eingenommen. Die Ruderhalle liegt seeseitig, die Kanuhalle landseitig. Einzig ein Trocknungsraum für nasse Schwimmwesten und Kanuschürzen, sowie eine Damen‑ und Herrentoilette befinden sich ebenfalls im Erdgeschoss. Da es sich zeitweise um ein öffentlich genutztes Gebäude handelt, ist die Damen‑Toilette dort behindertengerecht eingerichtet. Falls es notwendig werden sollte, kann der Treppenaufgang zum Obergeschoss mit einem Treppenlift ebenfalls behindertengerecht ausgerüstet werden.